Die unglaubliche Geschichte des Warren Macdonald

Vor kurzem habe ich im Buch „Reich und Glücklich!“ von John Strelecky und Tim Brownson (unbezahlte Anzeige :-)) eine Geschichte gelesen, die ich sehr inspirierend finde. Deshalb möchte ich diese gerne an euch weitergeben.

Diese wahre Geschichte handelt von Warren Macdonald und seinem Weg, das Leben zu leben.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Schon sein ganzes Leben lang war Warren stets gerne draußen in der Natur gewesen. Er ging früh von der Schule ab, um Gaspipelines zu verlegen, nur weil er draußen sein wollte. Als Freunde von ihm eine sechswöchige Reise in die USA planten, nutzte er die Gelegenheit, schloss sich ihnen an und setzte seine Reise danach alleine fort, um zweieinhalb Jahre lang um die Welt zu reisen.

Das Reisen war für ihn eine Bestätigung dafür, was er bereits im Hinterland seiner Heimat gelernt hatte. „Wenn wir bereit sind, unsere Komfortzone zu verlassen und uns ins Unbekannte vorzuwagen, kann das o.k. sein. Tatsächlich liegt das Abenteuer in diesem Bereich des Ungewissen.“

Doch im April 1997 erlebte Warren ein extremeres Abenteuer, als ihm lieb war.

Als er den Gipfel des Mount Bowen besteigen wollte, des höchsten Bergs der Hinchinbrook Insel vor der australischen Küste von Queensland, kam es zur Katastrophe. Ein tonnenschwerer Felsbrocken löste sich, und Warren wurde darunter eingeklemmt. Das Gewicht zerquetschte seine Beine. Sein Wanderpartner musste absteigen, um Hilfe zu holen. Und so musste Warren 45 Stunden alleine ums Überleben kämpfen.

Als der Rettungshubschrauber endlich eintraf, benötigte das Bergungsteam zweieinhalb Stunden, um Warren unter dem Felsbrocken hervorzuziehen. Erst dann konnte er ins Krankenhaus geflogen werden. Dort eröffnete man ihm die schlechte Nachricht. Seine Beine waren so stark zertrümmert, dass sie amputiert werden mussten.

„In welcher Höhe?“, fragte Warren.
„Oberhalb der Knie.“

Und damit begann sein neues Leben. Macdonald hätte so leicht aufgeben und sich auf die Dinge fixieren können, die er nun nicht mehr tun konnte. Stattdessen stellte er sich folgende Frage: „Was für ein Leben kann jemand ohne Beine führen?“

Es gab nur einen Weg, um das herauszufinden. Wo er sich auch hinwandte, tauchten neue Hürden auf. Es schien, als müsste er beinahe alles völlig neu erlernen. Doch jedes Hindernis, auf das er stieß, und jeder Weg, den er entdeckte, um dem Hindernis auszuweichen, es zu überwinden oder sich geradewegs hindurchzuarbeiten, machten ihn stärker.

Jeder Sieg versetzte ihn in eine bessere Position für die nächste Herausforderung. Als er eines Tages mit seinem Rollstuhl, der Mountainbike-Reifen hatte, beim „Wandern“ war, macht es innerlich „klick“ bei ihm. „Wenn das hier möglich ist, dann kann ich vielleicht auch einen Berg erklimmen.“

Damit hatte er einen Samen gesetzt, und sechs Monate später – nur zehn Monate, nachdem er beide Beine verloren hatte – erreichte er den Gipfel des Cradle Mountain in Tasmanien. Fünf Jahre später war er der erste Mensch mit zwei oberhalb der Knie amputierten Beinen, der den höchsten Berg in Afrika erklomm, den Kilimandscharo.

So unglaublich das auch klingen mag, wenn Macdonald heute auf seinen Unfall zurückblickt, erklärt er, dass er die Zeit nicht zurückdrehen würde – selbst wenn er die Wahl hätte und sich seinen Leidensweg so ersparen könnte. Er würde es nicht tun.

Er hat so viel gelernt und sich so positiv verändert, dass es für ihn keinen Sinn machen würde. Er hat sich so weit angepasst, dass es kein Thema mehr für ihn ist, Beine zu haben.

Warren MacDonald hat sich entschlossen, die Welt so zu sehen, wie er sie haben möchte. Für ihn ist die Veränderung ein ständiger Teil des Lebens. Nach seiner Überzeugung ist die Welt kein Ort, an dem ihm ständig etwas widerfährt, sondern einer, an dem er vielmehr die Möglichkeit hat, Dinge zu verwirklichen.

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